FTZ Bad Gandersheim

Der Schlauchturm der FTZ Bad GandersheimDie Geschichte der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Bad Gandersheim reicht in das Jahr 1963 zurück. Der damalige Feuerschutzausschuss des Landkreises Gandersheim unter Vorsitz von Wilhelm Bertram aus Wolperode ebnete den Weg zum Bau einer Feuerwehrtechnischen Zentrale in der damaligen Kreisstadt Bad Gandersheim für die insgesamt 70 Gemeindefeuerwehren. Der Landkreis Gandersheim erstreckte sich von der Gemeinde Delligsen im Westen bis zur Gemeinde Astfeld / Juliushütte im Osten und von der Gemeinde Windhausen im Süden bis zur Gemeinde Schlewecke im Norden.  Zunächst war geplant gemeinsam mit der Stadt Bad Gandersheim ein Feuerwehrhaus für die Kreisfeuerwehr Gandersheim und die Ortsfeuerwehr Bad Gandersheim zu errichten.  Dieser Plan scheiterte jedoch, sodass der Landkreis Gandersheim im Jahre 1964 mit dem Bau der Feuerwehrtechnischen Zentrale in der Heckenbecker Straße begann. Als ersten Kreisschirmmeister wurde der Kamerad Helmut Hamann bereits im Jahre 1963 eingestellt.  Es entstand in den Jahren 1964/65 ein Haus mit Schulungsräumen, einer Waschhalle und einer Werkstatt mit zwei Tiefenbrunnen. Die feierliche Einweihung am 01. September 1965 wurde mit einer Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Gandersheim begangen. Es wurde ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei Kleintransportern, die in Brand geraten waren simuliert. Hier kam auch der neu beschaffte Hitzeschutzanzug zum Einsatz. Der Kamerad der den Hitzeschutzanzug getragen hatte musste abgelöscht werden, da die Nähte undicht waren. Im Anschluss an die Bereitschaftsübung fand in Anwesenheit von Landrat Willi Muhs und Kreisbrandmeister Heinrich Hoffmeister eine Feierstunde im alten Schützenhaus in Bad Gandersheim statt. Nachdem der Bau abgeschlossen war, wurde ein Schlauchwagen SW 2000 der Firma Bode Metz aus Hannover in Dienst gestellt. Besondere Aufmerksamkeit fand der im Jahre 1966 neu beschaffte Rüstwagen RW 2 Öl. Das von der Firma Magirus gebaute Fahrzeug war der erste Rüstwagen RW 2 Öl im Land Niedersachsen. Es folgten viele Vorführungen des Fahrzeuges bei den Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren im Lande Niedersachsen. Ab dem 01. Juli 1966 nahm der Kamerad Wilhelm Ackenhausen seine Arbeit als zweiter Mitarbeiter auf. Die Mitarbeiter der FTZ Bad Gandersheim hatten zusammen mit ihren Familien eine Dienstwohnung in den oberen Räumen der FTZ zu bewohnen. Bis zum Erweiterungsbau in den Jahren 1966/67 wurden die gebrauchten Schläuche mit einer VW Pritsche zur Schlauchpflege zur Feuerwehr nach Einbeck gefahren. Der dortige Schirrmeister  Kamerad August Oppermann zeichnete hierfür verantwortlich. Die gewachsenen Schläuche wurden mit einem Aufzug im Schlauchturm herauf gezogen und von den Mitarbeitern per Hand zum Trocknen auf gehangen. Nach dem Trocknen der Schläuche wurden diese wieder abgeholt und an die einzelnen Gemeindefeuerwehren ausgeliefert.

 

FTZ GebäudeDer Erweiterungsbau der  FTZ Bad Gandersheim umfasste eine Atemschutzwerkstatt, eine Halle für den Schlauchwagen SW 2000, eine Halle für die Schlauchpflege und einen Schlauchturm. Der Schlauchturm wurde in Tag und Nachtschicht innerhalb weniger Wochen erstellt. Die Technik für die Schlauchpflege und den Aufzug lieferte die Firma Ziegler, die heute noch einwandfrei im Einsatz ist. Die Atemschutzwerkstatt wurde von der Firma Dräger eingerichtet. Für die Kommunikation wurde ein Telefon und Funkraum eingerichtet. Von hieraus wurden die 70 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Gandersheim im Einsatzfall alarmiert. Bis zum Jahre 1977 waren die Mitarbeiter der FTZ Bad Gandersheim für die ständige Besetzung und Einsatzbereitschaft der FTZ Bad Gandersheim verantwortlich. Wenn die Mitarbeiter der FTZ Bad Gandersheim bei Einsätzen mit den Fahrzeugen der FTZ waren, wurde das Telefon und der Funk von den Ehefrauen der Mitarbeiter besetzt. Erst ab diesem Zeitpunkt waren die Annahme von Notrufen und die Alarmierung durch die Feuerwehreinsatzleitstelle des Landkreises Northeim möglich. Der Landkreis Gandersheim war in sechs Unterbezirke mit Schwer- und Stützpunktfeuerwehren unterteilt. Für die Schwerpunktfeuerwehren Bad Gandersheim, Seesen, Delligsen, Kreiensen, Langelsheim und Gittelde wurde Ende der 60er Jahre je ein Ölschadensanhänger von den Mitarbeitern der FTZ aufgebaut und in Dienst gestellt. Aus Mitteln des Kreises Gandersheim wurde u. a. in den Jahren 1969 ein Gerätewagen GW 1 und im Jahre 1972 eine Drehleiter DL 30 für die Freiwillige Feuerwehr Seesen beschafft. Ebenfalls im Jahre 1972 wurde als Beladung für den  Rüstwagen RW 2 Öl eine Rettungsschere verlastet. Mit der Gemeindereform 1974 kamen die Ortschaften Lautenthal, Bredelem, Altwallmoden, Hohenbüchen, Ostlutter und Grünenplan zum Landkreis Gandersheim hinzu.  Bei den verheerenden Waldbränden in der Heide im Jahre 1975 leisteten Kameraden auch aus dem Landkreis Gandersheim mit Fahrzeugen und Technik Hilfe bei der Brandbekämpfung. Hier wurde dann festgestellt, dass die vorhandenen Funkgeräte nicht mit den anderen Funkgeräten der eingesetzten Feuerwehren kompatibel waren. Als Erkenntnis hieraus wurden auf Anordnung die vorhandenen Funkgeräte gegen Vielkanalgeräte ausgetauscht. Im Jahre 1976 konnte der damalige Kreisbrandmeister Karl-Heinz Busekus die vollständige Motorisierung der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Gandersheim melden. Alle Fahrzeuge waren mit Funk ausgerüstet. Mit der Gebietsreform zum 01. Juli 1977 endete auch die Geschichte des Landkreises Gandersheim, aber nicht die Geschichte der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Bad Gandersheim.  

 

"Demowand" für AGT Ausbildung Die Landkreise Holzminden, Hildesheim, Osterode am Harz, Goslar und Northeim erhielten einzelne Teile des Landkreises Gandersheim.  Die Feuerwehrtechnische Zentrale in Bad Gandersheim ist heute eine von drei Feuerwehrtechnischen Zentralen im Landkreis  Northeim und betreut die 41 Freiwilligen Feuerwehren des Brandschutzabschnittes Nord-Ost mit der Stadt Bad Gandersheim und den Gemeinden Kalefeld und Kreiensen. Auch der Landkreis Northeim hat die Wichtigkeit der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Bad Gandersheim erkannt und stetig in diese Einrichtung investiert.  Im Jahre 1980 übernahm der Kamerad Heinz-Hermann Fricke die Leitung der FTZ als Kreisschirrmeister.  In den Jahren 1981 bis 1984 wurde der Eingangsbereich mit Balkon zur Möglichkeit des Anleiterns versehen, ein Batterieraum, eine Werkstatt, eine Waschhalle und eine neue Halle für den Rüstwagen RW 2 Öl gebaut. Nachdem diese Arbeiten abgeschlossen waren, wurde in den Jahren 1985/86 ein weiterer Schulungsraum, ein Büro und ein Funkraum geändert bzw. eingerichtet. Der im Jahre 1966 angeschaffte RW 2 Öl wurde im Jahre 1986 durch einen neuen Rüstwagen RW 2 Öl von der Firma Magirus mit 256 PS ersetzt. Die ehemalige Waschhalle wurde zur Werkstatt umfunktioniert.  Mit dem Ausbau der Küche, der Neugestaltung der Toiletten, der Vergrößerung der Schulungsräume im Obergeschoss und dem Anbau einer Halle für die Fahrzeuge der Feuerwehrbereitschaft und die Johanniter-Unfallhilfe vollzog sich in den Jahren 1988/89 ein weiterer Bauabschnitt.  Als letzte große Baumaßnahme sind die Erweiterung der Schlauchpflege und der Bau der Brandübungsanlage auf dem Gelände der FTZ in Bad Gandersheim anzusehen.

 

KFZ-Wartung in der FTZ Bad GandersheimAuch die Arbeiten, die in der FTZ durchgeführt wurden bzw. werden haben sich im Laufe der Jahre verändert. In den Anfängen der FTZ zählte zu den Aufgaben die Durchführung aller Inspektionen an den Fahrzeugen und Geräten, die Wartung und Prüfung der Feuerlöschkreiselpumpen und die Prüfung der Sicherheitsgurte, Leitern, Fangleinen und Atemschutzgeräte samt Zubehör. Bei Veranstaltungen und Festen wurde die vorhandene Lautsprecheranlage aufgebaut, bedient und wieder abgebaut. Die Führung des Bestandswesens erfolgt heute in elektronischer Form. Die FTZ Bad Gandersheim ist heute mit einer Schlauchpflege in der die Schläuche gewaschen, geprüft, repariert und getrocknet werden ausgestattet. Der Tausch von gebrauchten Schläuchen erfolgt seit vielen Jahren im Landkreis Northeim über ein bewährtes Ringtauschverfahren. Die Atemschutzwerkstatt ist mit zwei Kompressoren zum Flaschenfüllen, einer Maskenwaschanlage, einer Industriewaschmaschine und zwei Trocknungsschränken auf dem neuesten Sand der Technik. Für die Kraftfahrzeugtechnik stehen eine Waschhalle, eine Werkstatthalle mit Arbeitsgraben, eine LKW - Hebebühne, ein Ersatzteillager und ein Bremsenprüfstand zur Verfügung.  Außerdem verfügt die FTZ über eine kleine Elektrowerkstatt. Der Tiefenbrunnen wurde stillgelegt und ein Pumpenprüfstand eingebaut.

 

Im Jahre 1984 konnte die Schwerpunktfeuerwehr Bad Gandersheim ihr neues Domizil im angrenzenden Grundstück beziehen.

Die Kameraden Thomas Durau und Daniel Brandt sind die heutigen Mitarbeiter der FTZ Bad Gandersheim. Im Einsatzfall werden die Fahrzeuge der FTZ Bad Gandersheim durch die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehrbereitschaften und der Schwerpunktfeuerwehr Bad Gandersheim besetzt. Die Mitarbeiter der FTZ Bad Gandersheim unterstützen die Schwerpunktfeuerwehr Bad Gandersheim im Einsatzfall. So haben beide Kameraden im Herbst 2008 die Prüfung zum Drehleitermaschinisten beim Ausbilder Wilhelm Ackenhausen abgelegt. Die Feuerwehren nehmen gerne die Möglichkeit die Fahrzeuge und Räumlichkeiten der FTZ Bad Gandersheim für Ausbildungszwecke zu nutzen, in Anspruch.

 

An der FTZ in Bad Gandersheim haben seit dessen Einweihung zahlreiche Kameradinnen und Kameraden ihre Grundausbildung durch laufen. Bereits in den 60er Jahren wurde ein Grundlehrgang, ein Maschinisten- und Atemschutzgeräteträgerlehrgang, sowie eine Ausbildung von Schwer- und Stützpunktfeuerwehren in Technischer Hilfeleistung insbesondere am RW 2 Öl angeboten. Während der Lehrgänge werden die Lehrgangsteilnehmer, die überwiegend an den Wochenenden stattfinden in der FTZ Bad Gandersheim verpflegt. Über viele Jahre war es den Ehefrauen der Mitarbeiter zu verdanken, dass es keine Klagen der Kameradinnen und Kameraden bei der Betreuung und Verpflegung während eines Lehrganges gegeben hat. Heute wird die Aus- und Weiterbildung durch die Kreisausbildung im Kreisschulungszentrum der FTZ Northeim, in den Feuerwehrtechnischen Zentralen in Bad Gandersheim und Einbeck und in den Feuerwehrhäusern in Hardegsen und Uslar durchgeführt.

 

Die einstigen Dienstwohnungen dienen heute  u. a. als Aufenthalts- und Besprechungsraum, Lagerraum und als Büro des Abschnittsleiters des Brandschutzabschnittes Nord-Ost.

 

Fahrzeuge der FTZ Bad Gandersheim

Brandübungsanlage

Technische Angestellte der FTZ Bad Gandersheim

Kontakt zur FTZ Bad Gandersheim

 

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